MULTIMEDIA, BÜCHER

VOM RAND IN DIE MITTE
20 Jahre Kulturverein österreichischer Roma

Am 20. Juni 1991 wurde der Kulturverein österreichischer Roma mit Sitz in Wien gegründet, inmitten einer allgemeinen kulturellen sowie politischen Aufbruchs-stimmung unter den österreichischen Roma und Sinti. Rudolf Sarközi war als einer der ersten Roma-Aktivisten schon 1989 in der burgenländischen Stadt Oberwart an der Gründung des ersten österreichischen Roma-Vereines beteiligt gewesen.

"Vom Rand in die Mitte - 20 Jahre Kulturverein österreichischer Roma" betitelt sich der Jubiläumsbildband, der anlässlich des Vereinsjubiläums erstellt wurde. Beginnend mit der Vereinsgründung am 20. Juni 1991 und der Vereinsvorstellung am 30. September 1991 im Heurigenlokal "Mandahus" im 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling bis hin zur Gegenwart dokumentiert die 220 Seiten umfassende Publikation mit zahlreichen historischen und gesellschaftlichen Fotos eine breite Palette der Arbeit des Kulturvereins österreichischer Roma in diesen 20 Jahren. Begleitend dazu wurde eine DVD produziert die in visueller Form die Arbeit des Roma-Vereins zeigt. Diese DVD konnte dank der Unterstützung des Landesstudios Burgenland hergestellt werden. Die beiden Publikationen sind beim Kulturverein österreichischer Roma erhältlich.

ROMA ÖSTERREICHISCHE VOLKSGRUPPE
Von der Verfolgung bis zur Anerkennung

Die im 17. Jahrhundert in Österreich angesiedelten Roma und Sinti leben seit Jahrhunderten als zum Großteil sesshafte Landbevölkerung unter uns. Besonders im Burgenland gab es bis 1938 rund 130 größere Romasiedlungen. Als "Zigeuner" verachtet, wurden sie von der Mehrheitsbevölkerung aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe, ihrer aus Indien stammenden Sprache sowie ihrer Berufe als wandernde Handwerker und Händler ausgegrenzt und diskriminiert. Zwischen 1938 und 1945 wurden rund 90 Prozent der 12.000 österreichischen Roma und Sinti von den Nationalsozialisten in Arbeitslager und Konzentrationslager gesperrt, deportiert und ermordet. Erst 1988 erfolgte die rechtliche Gleichstellung der wenigen Überlebenden mit anderen Opfern nationalsozialistischer Verfolgung.

Da man sie als "Zigeuner" für prinzipiell "heimatlos" hielt, wurde ihnen bei der Verabschiedung des österreichischen Volksgruppengesetzes 1976 eine Anerkennung als Volksgruppe verwehrt. In den 1980er Jahren begannen sich einzelne Mitglieder der Minderheit gegen ihre rassistische Ausgrenzung zur Wehr zu setzen, gründeten Vereine und begannen, aktiv ihre Anerkennung als Volksgruppe zu fordern. Mit der 1993 vollzogenen Volksgruppenanerkennung der Roma, wurde Österreich zu einem der ersten Länder Europas, die der größten ethnischen Minderheit Europas auch formal den Status einer rechtlich anerkannten Volksgruppe gewährt.

Der Autor:
Prof. RUDOLF SARKÖZI wurde 1944 im nationalsozialistischen "Zigeunerlager Lackenbach" als Sohn einer burgenländischen Romni und eines Wiener Sinto geboren. 1991 gründete er den Kulturverein österreichischer Roma, dem er seit dieser Zeit als Obmann vorsteht. Seit 1995 ist er Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Volksgruppe der Roma im Bundeskanzleramt. Prof. Sarközi beschreibt in diesem Buch seine unermüdlichen Bemühungen um die Sache seiner Volksgruppe. Der Dokumentenanhang mit zahlreichen Briefen, Schriftensammlung, Parlamentsprotokollen und Gesetzblättern manifestiert den steinigen Weg des Autors. Im Jahr 2001 wurde er als erster in Österreich in ein politisches Amt gewählter Rom. Der Lebensweg des engagierten Volksgruppenaktivisten führte vom ungelernten Hilfsarbeiter bis zur Verleihung des Professorentitels durch den Bundespräsidenten.

208 Seiten, gebunden mit Fotos und Abbildungen
DRAVA VERLAG, ISBN: 978-3-85435-555-7

CD-ROM: Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma

Auf der CD-Rom wird der Völkermord an den Sinti und Roma während der nationalsozialistischen Diktatur in zahlreichen Bild-, Ton- und Textdokumenten dargestellt. Eine ca. 20-minütige Film-Collage bietet dem Benutzer einen übersichtlichen Einstieg in die Thematik. Kartenmaterial informiert über die einzelnen von der deutschen Wehrmacht besetzten Länder. Eine tabellarische Chronologie erleichtert die zeitliche Einordnung der Ereignisse. In einem Lexikon werden zentrale Begriffe aus der Geschichte des Nationalsozialismus erklärt und die Lebensdaten zeitge-nösssischer Personen aufgeführt. IBSN 3-929446-12-X @ 2000 Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg


Die CD-ROM ist über das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma www.sintiundroma.de erhältlich.
Kosten: EUR 22,00 zz. Versandspesen