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2012
AKTIVITÄTEN - EREIGNISSE - VERANSTALTUNGEN

INTERNATIONALER HOLOCAUST-GEDENKTAG: "ERINNERUNG AN DIE ERMORDETEN KINDER"
Prof. Rudolf Sarközi 
Foto: kv-roma Milli Segal
Foto: kv-roma Foto: kv-roma Austellung: Auf den Spuren eines Fotos
Foto: kv-roma

Im November 2005 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Jänner, den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945, zum Internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt. Der diesjährige Gedenktag ist den Kindern, die den reinen Terror und das Böse erleben mussten gewidmet.

Anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages gedachte am 23. Jänner 2012 das United Nations Information Service (UNIS) Vienna der Opfer des Holocaust. In der Rotunde des Vienna International Centre (VIC) wurde die Ausstellung "Auf den Spuren eines Fotos" eröffnet. Mit dieser historischen Darstellung bietet der Verein Yad Layeled France in Kooperation mit Yad Layeled Austria an, die Geschichten von zehn jüdischen Kindern zu entdecken. Einen Einblick zur Dokumentation gab Milli Segal von Yad Layeled Austria.

Ansprachen
Bevor die Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert wurde gab es zahlreiche Ansprachen von Amtsträger der Vereinten Nationen in Österreich. Als Zeitzeuge und Überlebender des Holocaust sprach Prof. Rudolf Sarközi zu den Gedenkteilnehmern. Er betonte, dass am 27. Jänner nicht nur der Befreiungstag der Auschwitz-Häftlinge ist sondern auch an jenen gedacht werden muss die bei den sogenannten Säuberungen auf bestialische Weise erschossen und in Massengräbern verscharrt wurde. Der Vorsitzende des Volksgruppenbeirates der Roma erinnerte an die Ermordung von 5.002 österreichischen Roma und Sinti des "Zigeuner-Ghetto" in Lodz durch die Nationalsozialisten vor 70 Jahren. Er machte auch darauf aufmerksam, dass Juden und Roma in vielen europäischen Ländern wieder zu Feindbildern wurden. "Rechtsnationale Parteien sind in Parlamente eingezogen und versetzen die Länder in Angs und Chaos. Ich habe für die Sorglosigkeit mancher Politiker kein Verständnis. In wirtschaftlichen Krisen wie jetzt ist das eine gefährliche Situation.

Erklärung von Ban Ki-Moon
In einer schriftlichen Erklärung zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust verwies UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon, dass eineinhalb Millionen jüdische Kinder und zehntausende Kinder wie Roma und Sinti oder Behinderte von den Nationalsozialisten umgebracht wurden. "Sie alle waren Opfer der hasserfüllten Ideologie, die sie als "minderwertig" bezeichnete. Wir werden nie erfahren, was diese Kinder der Welt hätten geben können." Er appellierte, dass die UNO jeden Tag und überall die Rechte und Forderungen voranbringen, denn Kinder sind durch schlechte Taten besonders verletzbar: "Wir müssen ihnen das beste zeigen, das diese Welt zu bieten hat.


ROMA-GEDENKTAFEL AM JÜDISCHEN FRIEDHOF VON LODZ
 Dr. Gerhard Baumgartner
Foto: marek-edelmann-zentrum Enthüllung der Gedenktafel
Foto: marek-edelmann-zentrum Alte Schmiede: Kranzniederlegung durch Botschafter Herbert Krauss 
Foto: marek-edelmann-zentrum Gedenkstätte in Chelmo (Kulmhof) 
Foto: H. Schwantner

Anlässlich des 70. Jahrestages der Liquidierung des "Zigeuner-Ghetto" Lodz wurde am 12. Jänner 2012 an der Mauer des jüdischen Friedhofs Lodz eine Gedenktafel in Erinnerung der von den Nationalsozialisten ermordeten österreichischen Roma und Sinti enthüllt.

Die Enthüllung nahmen Hanna Zdanowska, Bürgermeisterin von Lodz, Herbert Krauss, Österreichischer Botschafter in Polen, Oberrabbiner Symcha Keller und Prof. Rudolf Sarközi, Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma, vor. Sarközi wies in seiner Ansprache auf die schlechten Lebensbedingungen der Roma in Südosteuropa sowie auf Verfolgung und Übergriffe mit tödlichem Ausgang hin. "Juden und Roma sind wieder zu Feindbildern geworden. Die Politik muss auf die Neo-Nazi Fremdenfeindlichkeit und Rassismus reagieren." Er forderte die EU und seine Mitgliedsländer auf, gegeben falls auch mit Sanktionen vorzugehen.

Inschrift:
Na tym cmentarzu spoczywa ponad 700 Cyganów (Sinti i Roma) z Burgenlandu deportowanych przez nazistowskie w?adze III Rzeszy jesieni? 1941 roku i zmar?ych w getcie Litzmannstadt z g?odu, chorób i wyczerpania. Pozosta?ych 4300 deportowano do obozu w Che?mnie nad Nerem i zamordowano w styczniu 1942 roku.

Upre ada temetischi dschi pedar 700 Roma paschlon (Roma taj Sinti) andar o Burgenland, save le nacijengere birovtschagendar le III. rajipestar ando terno dschend 1941 adaj orde ledschim ule taj ando logeri Litzmannstadt andi bok, nasvalipe taj khinjaripe mule. O prik atschime 4.300 ando logeri Kulmhof am Ner ledschim taj ando jeneri 1942 murdarde ule.

Auf diesem Friedhof ruhen über 700 Zigeuner (Sinti und Roma) aus dem Burgenland, die durch die Nazibehörden des III. Reiches im Herbst 1941 hierher deportiert wurden und im Ghetto Litzmannstadt an Hunger, Krankheit und Erschöpfung starben. Die übrigen 4.300 wurden ins Lager in Kulmhof am Ner deportiert und dort im Jänner 1942 umgebracht.

Weitere Gedenkteilnehmer waren Gesandte Mag. Stella Avallone, Österreichische Botschaft, Prof. Szczepan Milosz, Österreichischer Honorarkonsul, Prof. Hannes Schwantner, Verein Niemals Vergessen, Dr. Gerhard Baumgartner, Historiker, Adam Bartosz, Direktor des Regionalmuseum in Tarnów, Joanna Podolska-Plocka, Dialogzentrum Marek Edelmann, und ihre MitarbeiterInnen sowie einer Gruppe polnischer Studenten.

Die offizielle Gedenkfeier, vorbereitet und organisiert von der Österreichischen Botschaft in Polen und dem Marek Edelmann Dialog Zentrum, begann vor dem Gebäude der "Alten Schmiede" im ehemaligen "Zigeuner-Ghetto". In Chelmo am Ner (Kulhmof), wo sich die Gaskammern und das Krematorium befanden, fand der Gedenktag mit einer Kranzniederlegung und dem entzünden von Kerzen einen bewegenden Ausklang.

Geschichte des "Zigeuner-Ghetto"
Zum Auftakt der zweitägigen Gedenkfeierlichkeiten hielt Dr. Gerhard Baumgartner am 11. Jänner 2012 im Stadtmuseum Lodz einen Vortrag über das "Zigeuner-Ghetto" Lodz. Weiters wurde der Film „Das Roma-Lager von Lodz“ von Jaroslaw Sztandery gezeigt. Marusz Put, ein 16-jährige Rom aus Krakau, zeigte im Rahmen eines Violinkonzerts sein musikalisches Talent.


BLICK IN DIE VERGANGENHEIT

NATIONALRATSPRSÄIDENTIN PRAMMER ZUM EHRENMITGLIED ERNANNT
v.l.: Prof. Rudolf Sarközi überreicht die Urkunde an NR-Präsidentin Prammer
Foto: kv-roma  v.l.: Dr. Kurt Flecker, Gerhard Steier, Mag. Barbara Prammer, Prof. Rudolf Sarközi, Prof. Frank Hoffmann, Dr. Michael Ludwig 
Foto: kv-roma Anstecknadel des KV-Roma 
Foto: kv-roma

Anlässlich des Jubiläumsjahres "20 Jahre Kulturverein österreichischer Roma" beschloss der Vereinsvorstand Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer für ihren Einsatz gegen Rassismus und für die Opfer des Holocaust die Ehrenmitgliedschaft auszusprechen. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum "Roma-Advent" überreichte Prof. Rudolf Sarközi der Politikerin die Urkunde sowie die Anstecknadel des Vereins.

Der Obmann des Kulturvereins erzählte, dass die erste Begegnung mit Prammer 1994 stattfand. Damals wurde in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen eine Gedenktafel in Erinnerung an die ermordeten Roma und Sinti enthüllt. Als 2. Präsidentin des Oberösterreichischen Landtages nahm sie in Vertretung des Landes Oberösterreich teil. In ihrer politischen Funktion als Frauenministerin besuchte sie das Roma-Doku, besichtigte die ständige Ausstellung und informierte sich über die Tätigkeit des Kulturverein österreichischer Roma. In ihrem Amt als Nationalratspräsidentin war Barbara Prammer im April 2010 Gastgeberin beim internationalen Roma-Tag ins Palais Epstein, wo eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der österreichischen Roma-Organisationen und dem ehemaligen Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky stattfand. Weiters ermöglichte Sie 2008 die Präsentation des Buches "Roma- Österreichische Volksgruppe. Von der Verfolgung bis zur Anerkennung" von Prof. Sarközi im Parlament und überreichte ihm ebendort am 6. April 2010 das Goldene Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich. Sie nahm 2007 und 2010 die Einladung an, bei der Gedenkveranstaltung vor dem Mahnmal für Roma und Sinti eine Ansprache zu halten. Sarközi würdigte die Arbeit der Nationalratspräsidentin als Vorsitzende des Nationalfonds der Republik Österreich und des Allgemeinen Entschädigungsfonds.

Mag. Barbara Prammer zeigte sich sehr erfreut über die Ehrenmitgliedschaft und betonte, dass sie stets offene Türen für die Anliegen der Roma-Volksgruppe hat und soweit es in ihrem Tätigkeitsbereich möglich ist jegliche Unterstützung geben wird.

Eindrucksvoll und bedeutsam war der Augenblick als die Ehrenmitglieder des Kulturverein österreichischer Roma, Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig, Dr. Kurt Flecker, steirischer Landtagspräsident a.D., und Burgschauspieler Prof. Frank Hoffmann es sich nicht nehmen ließen dem jüngst ernannten Ehrenmitglied persönlich zu gratulieren.


PANNONISCHE KLÄNGE BEIM ROMA-ADVENT DES KULTURVEREIN ÖSTERREICHISCHER ROMA
v.l.: Christine Marold & Karl Kanitsch 
Foto: kv-roma Foto: kv-roma v.l.: Gerhard Ströck, Karl Kanitsch 
Foto: kv-roma

Latschi Boschitscha - Frohe Weihnachten! Das wünschten heuer beim ROMA-ADVENT am 17. Dezember 2011 in den Räumlichkeiten des Roma-Doku Christine Marold & Karl Kanitsch, zwei Burgenländer aus Überzeugung. Die aus verschiedenen ORF-Sendungen und von ihren mehrsprachigen Schlager-CDs (Deutsch, Kroatisch, Ungarisch, Roman) bekannten Moderatoren lasen heitere und besinnliche Geschichten zur Weihnachtszeit. Sie zeigten auch ihre musikalische Seite und interpretierten Lieder aus ihrer viersprachigen CD "Pannonische Weihnachten". Als Marold und Kanitsch traditionelle und bekannte Weihnachtslieder anstimmten wurden sie von den rund 90 Adventgästen stimmlich unterstützt.

Der Obmann des Kulturverein österreichischer Roma, Prof. Rudolf Sarközi, freute sich zahlreiche Prominente Gäste wie Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer, Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig, Gerhard Steier, Landtagspräsident Burgenland, Dr. Kurt Flecker, steirischer Landtagspräsident a.D., Adolf Tiller, Bezirksvorsteher Döbling, die Wiener Landtagsabgeordneten Barbara Novak und Franz Ekkamp, Mark Bosse, Gesandter der US-Boschaft, Burgschauspieler Prof. Frank Hoffmann, Gerhard Ströck, Ströck-Brot, Mitglieder und Freunde begrüßen zu dürfen.

Nach dem kulturellen Programm klang der Nachmittag mit kulinarischen Köstlichkeiten, Glühwein, erlesenen burgenländischen Rot- und Weißweinen sowie Back- u. Weihnachtsbackwaren, gespendet von der Firma Ströck-Brot, gemütlich aus.


JUBILÄUMSFEIER - 20 JAHRE KULTURVEREIN ÖSTERREICHISCHER ROMA
 Foto: kv-roma  v.l.: Dr. M. Ludwig, Prof. R. Sarközi, Staatssekretär Dr. J. Ostermayer, Schiffkowitz, Dr. G. Baumgartner, Bottschafter Dr. R. Wotava, Mag. H. Lessing
Foto: heinz DVD Präsentation mit Grußworten von BP Dr. Heinz Fischer
Foto: heinz Janoska Ensemble
Foto: heinz

Mit einem bescheidenen aber glanzvollen Fest feierte der Kulturverein am 18. Juni 2011 im Haus der Begegnung Döbling "20 Jahre Kulturverein österreichischer Roma". Rund 120 Gäste, gaben dem Jubilar die Ehre.

Als Mitglied der österreichischen Bundesregierung ließ es sich Dr. Josef Ostermayer, Staatssekretär im Bundeskanzleramt, nicht nehmen mit zu feiern. Der Obmann des Kulturvereins dankte Adolf Tiller, Bezirksvorsteher 19. Bezirk, Ilse Fitzbauer, BezirksvorsteherinStv. 21. Bezirk sowie Norbert Scheed, Bezirksvorsteher 22. Bezirk sowie den PolitikerInnen des Wiener Gemeinderates wie Franz Ekkamp, Eva Hatzl, Heinz Vettermann, Dr. Kurt Stürzenbecher, der Bezirksparteiobfrau der ÖVP-Wieden, Susanne Reichard und Bezirksräten aus dem 1. und 19. Bezirk für Ihr Kommen. Besonders freute sich Prof. Rudolf Sarközi zahlreiche Vereinsmitglieder vor allem auch jene der ersten Stunde wie Richard Stockinger, Bezirksvorsteher a.D., Prof. Hannes Schwantner, Direktor der Berufsschule für das Gastgewerbe, Dr. Vera Scheiber, Juristin und Rechtsberaterin des Kulturvereines, Peter Grechtshammer, Egon Jaros sowie die "Ehrenmitglieder" Dr. Michael Ludwig, Wohnbaustadtrat und Helmut Röhrling, allgemein bekannt als Schiffkowitz der Musikgruppe STS, herzlich willkommen zu heißen. Aus dem Medienbereich gratulierten mit ihrer Anwesenheit Karlheinz Papst, Landesdirektor ORF-Burgenland und Jörg Ruminak, ehemaliger Leiter der ORF-Aktion "Licht ins Dunkel". herzlich willkommen zu heißen. Mag. Hannah Lessing, Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich, Botschafter Dr. Richard Wotava, ehemaliger Generalsekretär des Zukunftsfonds der Republik Österreich, Dr. Jürgen Strasser, Büroleiter des Zukunftsfonds der Republik Österreich und Dr. Bernhard Denscher, Stadt Wien MA 7, bekundeten mit Ihrer Anwesenheit die Verbundenheit zum Kulturverein österreichischer Roma.

Publikation
"Vom Rand in die Mitte - 20 Jahre Kulturverein österreichischer Roma" betitelt sich der Jubiläumsbildband, der im Rahmen der Festlichkeit vorgestellt wurde. Beginnend mit der Vereinsgründung am 20. Juni 1991 und der Vereinsvorstellung am 30. September 1991 im Heurigenlokal "Mandahus" im 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling bis hin zur Gegenwart dokumentiert die 220 Seiten umfassende Publikation mit zahlreichen historischen und gesellschaftlichen Fotos eine breite Palette der Arbeit des Kulturvereins österreichischer Roma in diesen 20 Jahren. Begleitend dazu wurde eine DVD produziert die in visueller Form die Arbeit des Roma-Vereins zeigt.

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, der das Vorwort im Buch gestaltete - und auch seine Grußworte auf der DVD spendete - sprach Prof. Rudolf Sarközi, den Mitarbeitern und dem Vorstand des Kulturvereins sowie allen Vereinsmitgliedern einen herzlichen Glückwunsch aus. Die DVD konnte dank der Unterstützung des Landesstudios Burgenland hergestellt werden. Das Buch ist beim Kulturverein österreichischer Roma erhältlich.

Round-Table-Gespräch
In einer lockeren Gesprächsrunde mit Dr. Josef Ostermayer, Dr. Michael Ludwig, Schiffkowitz, Dr. Kurt Stürzenbecher, Mag. Hannah Lessing, Botschafter Dr. Richard Wotava und Karlheinz Papst erbat der Moderator der Geburtstagsfeier, Dr. Gerhard Baumgartner, um deren Einschätzung und Ansicht, zu 20 Jahre Kulturverein österreichischer Roma.

Beifallskundgebungen erhielten die Musiker des Janoksa Ensembles mit ihrer einzigartigen Darbietung die unter dem Motto "Eine Reise in die bunte Melodienwelt der Roma" stand. Mit einem Wiener Schmankerl-Buffet vom Heurigenwirt Ing. Andreas Wagner und Back- und Süßbackwaren der Firma Ströck-Brot klang der Abend in gemütlicher Atmosphäre aus.


20. BALL DES KULTURVEREIN ÖSTERREICHISCHER ROMA
 v.l.: F. Ekkamp, A. Tiller
Foto: heinz  v.l.: S. Reichard, Str. Dr. M. Ludwig, Irmtraud Rossgatterer 
Foto: heinz  v.l.: Prof. R. Sarközi, S. Erdost
Foto: heinz

Traditionelle und klassische Stücke der Roma-Musik, Flotter Gypsy Swing, Django Reinhardts schönste Kompositionen sowie Oldies, Evergreens und internationale Tanzmusik. Eine breit gefächerte Auswahl an Musikstilrichtungen die beim 20. Ball des Kulturverein österreichischer Roma am 5. Februar 2011 den Gästen als Unterhaltungs- und Tanzprogramm aufgewartet wurde. Die zauberhaften und beschwingten Melodien dargeboten vom Janoska Ensemble, dem Dikno Schneeberger Trio und der Band Eurodance gefiel dem Publikum und es wurde dazu kräftig das Tanzbein geschwungen.

Prof. Rudolf Sarközi, Obmann des Kulturverein österreichischer Roma, freute sich, dass er zum Jubiläumsball zahlreiche Freunde aus Politik, Kunst, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Angehörige der Roma-Volksgruppe wie auch Mitglieder der in Österreich anerkannten Volksgruppen in den Räumlichkeiten des Haus der Begegnung Döbling begrüßen konnte. Darunter auch einige Personen die seit dem ersten Ball, der im März 1991 erstmals stattfand, alljährlich die Tanzveranstaltung besuchen. Bis 03.00 Uhr in der Früh wurde ausgelassen gefeiert.

Auszug aus der Gästeliste
Adolf Tiller, Bezikrsvorsteher Döbling, Franz Ekkamp, Barbara Novak, Peter Florianschütz (alle Wiener Landtagsabgeordnete), Dr. Michael Ludwig, Wiener Wohnbaustadtra mit seiner Irmtraud Rossgatterer, Dr. Caspar Einem, BM a.D., mit Begleitung, Susanne Reichard, Bezirksparteiobfrau ÖVP Wieden, Helmut Jost, Klubobmann SPÖ Döbling, mit Gattin Maria, Philipp Kratzer, Bezirksrat u. Bezirksgeschäftsführer SPÖ Döbling, Dr. Haydar Sari, MA 7 - Stadt Wien, mit Gattin, Univ.-Prof. Dr. Emmerich Talos, Politikwissenschafter, Univ.-Prof. Dr. Roland Girtler, Soziologe, Mag. Dr. Gerhard Baumgartner, Historiker, Dr. Vera Scheiber, Rechtsanwältin, Max Koch, Liga für Menschenrechte, mit Gattin, Univ.-Prof. Dr. Winfried Blum, Vorstand der Universität für Bodenkultur mit Gattin, Johann Hauf, Gen.Dir. ÖBV a.D., mit Gattin Heidi, Marietta und Günther Wild, Kulturverein Transdanubien, Serdar Erdost, ORF-Volksgruppenredaktion, mit Gattin Claudia.

Bildergalerie (zu vergrößerter Ansicht Bild anklicken)

 v.l.: Dr. C. Einem mit Begleitung, Prof. R. Sarközi
Foto: heinz  v.l.: Dr. R. Girtler, Heidi u. Dr. Hans Hauf
Foto: kv-roma   Familie Blum
Foto: heinz  Eurodance
Foto: kv-roma  Janoska Ensemble
Foto: heinz  Dikno Schneeberger Trio
Foto: heinz


GOLDENES EHRENZEICHEN FÜR DIE VERDIENSTE UM DIE REPUBLIK ÖSTERREICH FÜR PROF. RUDOLF SARKZÖZI (2010)
kv-roma  NR-Präsidentin Prammer überreicht Prof. Sarközi die hohe Auszeichnung 
Foto: kv-roma  Foto:ch. m. kreuziger
Am 06. April 2010 wurde Prof. Rudolf Sarközi mit dem "Goldenen Ehrenzeichen für die Verdienst um die Republik Österreich" ausgezeichnet.
Mit Entschließung vom 13. Jänner 2010 verlieh Bundespräsident Dr. Heinz Fischer diese hohe Auszeichnung dem Vorsitzenden des Roma-Beirates.

Unermüdlicher Kämpfer
Im Empfangssalon des Parlaments überreichte Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer das Ehrenzeichen dem Roma-Aktivisten und bezeichnete Sarközi als "unermüdlichen Kämpfer für die Roma und Sinti in Österreich, der sich mit vollem Einsatz und Erfolg für die Anerkennung seiner Volksgruppe engagiert." Die Nationalratspräsidentin würdigte die Tätigkeit des Kulturvereinobmannes als Mitglied des Kuratoriums des Nationalfonds und des Entschädigungsfonds. Prammer bezeichnete Sarközi als mahnende Stimme gegen Rassismus, Extremismus und Fremdenfeindlichkeit. Sie hob die freundschaftliche Verbindung die zwischen den beiden bereits 16 Jahre lang besteht sowie die Zusammenarbeit auf vielen Ebenen hervor.

"Ein würdiger Rom und ein großer Österreicher"
Mit diesen Worten leitete der Historiker Dr. Gerhard Baumgartner seine Laudatio für Prof. Sarközi ein. Bereits ein viertel Jahrhundert arbeiten die beiden Südburgenländer in der Sache der Roma-Volksgruppe zusammen. Baumgartner skizzierte den Lebensweg seines Freundes, der 1944 im "Zigeunerlager Lackenbach" geboren wurde, in Unterschützen (Bezirk Oberwart)aufwuchs und dessen Kindheit und Jugend durch Ausgrenzung, Missachtung und Ablehnung geprägt war. Dies hat er, so Baumgartner, in seinem 2008 erschienen Buch über den Weg zur Anerkennung der Roma als Volksgruppe auf Papier gebracht. "Der Name Sarközi wurde zum Symbol für die gesamte Volksgruppe der Roma." Der Laudator ist der Ansicht, dass die Republik Österreich Prof. Sarközi für dessen Vorbildrolle innerhalb seiner Volksgruppe zu Dank verpflichtet sei. Baumgartner ließ auch den politischen Lebensweg des Geehrten nicht unerwähnt und er seit dem Jahr 2001 Bezirksrat im 19. Wiener Gemeindebezirk ist. Der Beiratsvorsitzende hat seiner und der jungen Roma-Generation vorgelebt, dass man mit Einsatz und Engagement einen gesellschaftlichen Aufstieg und eine politische Karriere erreichen kann: "Rudolf Sarközi ist im wahrsten Sinn des Wortes ein 'Schero Rom', ein würdiger großer Rom und großer Österreicher."

Im Parlament immer wohl gefühlt
Prof. Rudolf Sarközi dankte Prammer, dass sie ihm die Auszeichnung überreicht und bekräftigte die gemeinsame Verbundenheit. Seinen Dank richtete er auch an alle Weggefährten, Freunde, Gerhard Baumgartner und zuletzt an seine Familie die ihm immer unterstützend zur Seite stand und steht. Er erinnerte sich als er 1992 mit großer Ehrfurcht das erste Mal das Parlament betrat und sich hier immer wohl gefühlt hat und fruchtbare Gespräche in Angelegenheit der Roma-Volksgruppe stattfanden. "In den 18 Jahren, die ich in das Hohe Haus komme, ist mir die Anerkennung als sechste österreichische Volksgruppe ganz besonders in Erinnerung." Er machte einen Rückblick auf das Jahr 2004 wo der nationale Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus den Roma und Sinti gewidmet war und er im Historischen Sitzungssaal des Parlament in Anwesenheit des österreichischen Bundespräsidenten, den Regierungsmitgliedern, den Abgeordneten, Diplomaten und hohen geistlichen Würdenträger eine Rede halten durfte. Abschließend verwies er auf die Werte der Demokratie die stets geachtet werden sollen und gab seine Freude zum Ausdruck, dass ihm das Goldene Ehrenzeichen hier im Hohen Haus überreicht wird.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Janoska Quartett. Mit den dargebotenen Stücken aus dem reichen musikalischen Repertoire der Roma und Sinti spielten sie sich in die Herzen des Publikums und auf Bitte der Nationalratspräsidentin gaben sie nach Beendigung ihres Programms noch eine Zugabe.

Bildergalerie (zu vergrößerter Ansicht Bild anklicken)

 v.l. 1. Reihe: Ingrid Sarközi, Alexander Sarközi, Adrian Sarközi, Rudolf Sarközi, Helga Sarközi
Foto: kv-roma  v.l.1.Reihe: B. Prammer, G. Baumgartner, W. Prior, H. Lessing, C. Einem
v.l.. 2. Reihe: N. Scheed, Ochensberger, M. Ludwig, A. Tiller
Foto: kv-roma Dr. Gerhard Baumgartner
Foto: kv-roma  Janoska Quartett
Foto: kv-roma v.l.: Helmut Kletzander, Walter Prior,Landtagspräsident Bgld., Michael Ludwig, LHStv. Wien Foto: kv-roma v.l.: M. Wild, Ch. Gaal, G. Wild, Schiffkowitz (STS), R. Sarközi
Foto: kv-roma


GOLDENES EHRENZEICHEN FÜR DIE VERDIENSTE UM DAS LAND WIEN FÜR PROF. RUDOLF SARKZÖZI (2010)
 v.l.:Stadträtin Sandra Frauenberger, Christian Illedits, SPÖ Klubobmann Burgenland, Prof. R. Sarközi, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Michael Ludwig Foto: kv-roma  Foto: kv-roma  v.l.: Stadträtin Sandra Frauenberger überreicht Prof. Rudolf Sarközi die Auszeichnung
Foto:kv-roma
Das "Goldene Ehrenzeichen für die Verdienste um das Land Wien" wurde Prof. Rudolf Sarközi, am 9. März 2010, im Wappensaal des Wiener Rathauses von Sandra Frauenberger, Stadträtin für Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal, überreicht.

Frauenberger würdigte die Leistungen und das Engagement des Roma-Beiratsvorsitzenden für seine Volksgruppe. "Er ist ein Brückenbauer der Generationen, der eine klare Haltung hat und stets eine mahnende Stimme sei, niemals den Schrecken des Nationalsozialismus zu vergessen." Sie bezeichnete Sarközi als "Galionsfigur gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, der nicht mit erhobenem Zeigefinger agiert, sondern im Sinne von gegenseitigem Respekt und klarer Botschaften auch auf breites Gehör in der Bevölkerung stößt." Abschließend dankte die Politikerin dem Obmann des Kulturverein österreichischer Roma dafür, dass er der Stadt Wien seit vielen Jahren als Ratgeber zur Seite steht.


PALAIS EPSTEIN: INTERNATIONALER ROMA-TAG (2010)
Foto: kv-roma  Teilnehmer der Podiumsdiskussion
Foto: kv-roma v.l.: Prof. Rudolf Sarközi, Mag. Barbara Prammer, Dr. Franz Vranitzky
 Foto:kv-roma Emmerich Gärtner-Horvath 
Foto: kv-roma
"Welche Zukunft haben die Roma in Europa?"
Anlässlich des Internationalen Roma-Tages beschäftigte sich am 8. April 2010 im Palais Epstein eine Tagung zum Thema: "Welche Zukunft haben die Roma in Europa?". Eingeladen dazu hatten Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer gemeinsam mit dem Kulturverein österreichischer Roma, dem Verein Romano Centro, dem Verein Ketani Linz, dem Verein Roma-Oberwart sowie dem Verein Roma-Service.

Geschätzte acht Millionen Roma und Sinti leben in der Europäischen Union, die seit vielen Jahren Projekte finanziert, um Roma und Sinti einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt, zu Wohnraum, Bildung und Gesundheitseinrichtungen zu schaffen. Laut einer aktuellen Umfrage der EU-Grundrechtsagentur gehört die größte europäische Volksgruppe zu jenen EU-BürgerInnen, die am stärksten von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen ist. Ziel der Diskussionsveranstaltung war es eine Bilanz zu ziehen, inwieweit die bisherigen Projekte der EU die Lebenssituation der Roma und Sinti in Europa zum Positiven verändert und in welchen Bereichen es noch massiver Verbesserung bedarf.

Gewalt und Feindseligkeit
"Das Thema der Veranstaltung könnte nicht aktueller sein", betonte Prammer am Beginn ihrer Ansprache. Sie verwies auf die zunehmende Gewalt und Feindseligkeit gegenüber der Roma-Volksgruppe und wies auf die Situation in Ungarn hin, wo die rechtsextreme Jobbik-Partei die Roma zu ihrem Feindbild gemacht haben. Von der EU erwarte sie konkrete Maßnahmen vor Ort durch Bereitstellung von Geldmitteln aus dem Strukturfonds oder dem Sozialfonds der Gemeinschaft. Sie dankte den Vertretern der österreichischen Roma-Vereine für dessen Engagement und hob die erfolgreiche Arbeit der Aktivisten hervor. Erfreut sei die Nationalratspräsidentin, dass in Österreich im Gegensatz zu einigen anderen Staaten Europas Roma denselben Status wie die anderen fünf österreichischen Volksgruppen.

EU hat Handlungsbedarf
Prof. Rudolf Sarközi, Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma, dankte der Nationalratspräsidentin für die Initiative den Roma-Tag in den Räumlichkeiten des Parlaments zu begehen. Er erinnerte an die späten achtziger Jahre, in denen sich Roma selbstbewusst zu entwickeln begonnen haben und 1989 den ersten Roma-Verein in Oberwart gründeten, zu dessen Gründungsmitgliedern er auch zählt. Sarközi bezog sich in seiner Rede auf die Arbeit der Roma-Vereine, dies sich den "Bedürfnissen und Anliegen unserer Menschen annehmen und helfen so weit es die Möglichkeiten zulassen." Natürlich bereiten ihm die Übergriffe auf seine Volksgruppenangehörigen in den östlichen Nachbarstaaten Österreichs große Sorge und sieht so wie Prammer großen Handlungsbedarf bei der EU aber auch bei den politisch Verantwortlichen der jeweiligen Nationalstaaten in denen Roma leben. Seine Forderung: "Einen EU-Kommissar für Roma-Angelegenheiten." Abschließend wünschte sich der Volksgruppenaktivist, dass der 8. April künftig in jedem Europäischen Staat mit großer Aufmerksamkeit statt finden sollte. "Wechselweise sollten die Staaten eine zentrale Veranstaltung übernehmen um über die laufenden Aktivitäten und Schwierigkeiten, aber auch über Fortschritte zu berichten. Wenn uns das gelingt sehe ich eine Zukunft für die Roma in Europa."

Podiumsdiskussion
Ihre Standpunkte und Perspektiven zum Themenschwerpunkt der Veranstaltung äußerten sich Dr. Franz Vranitzky, Bundeskanzler a.D., Jo Goodey, Leiterin der Forschungsabteilung der EU-Grundrechtsagentur Wien, Mag. Mirjam Karoly, Advisor on Roma and Sinti OSZE, Nicole Sevik, Geschäftsführerin Verein Ketani, ab. Vranitzky gab zu bedenken, dass von selbst nichts zur Verbesserung der Lage der Roma passiert. "Alle politisch Verantwortlichen, die nationalen Regierungen ebenso wie die internationalen Organisationen sind aufgerufen gegen Diskriminierung und Verfolgung der Roma aufzutreten." Geleitet wurde die Podiumsdiskussion von Dr. Gerhard Baumgartner,Historiker und Journalist.

"Mri Historija - Meine Geschichte"
"Mri Historija - Meine Geschichte" - Lebensgeschichten Burgenländischer Roma, ein Audio-Interviewprojekt des Verein Roma Service wurde zwischen den Redebeiträgen dem anwesenden Publikum präsentiert. 15 Männer und Frauen erzählen darüber, was es bedeutet hat, einer ausgegrenzten und der Vernichtung preis gegebenen Minderheit anzugehören. Emmerich Gärtner-Horvath, Verein Roma Service, erzählte, dass die Aufzeichnungen zwischen 2006 und 2008 stattgefunden haben. "Viele haben über manches Ereignis mit uns überhaupt zum ersten Mal gesprochen."

Am 8. April 1971 fand der erste internationale Kongress von Roma und Sinti in London statt, der Anlass ist Anfang der 1990er Jahre den 8. April als Internationalen Roma-Tag auszurufen.


BUCHPRÄSENTATION: "ROMA - ÖSTERREICHISCHE VOLKSGRUPPE. VON DER VERFOLGUNG BIS ZUR ANERKENNUNG" (2008)
V.l.: Mag. H. Lessing, Mag.Dr. G. Baumgartner, Prof. R. Sarközi, Mag. B. Prammer, Univ.-Doz. Dr. F. Freund 
Foto: kv-roma  Dr. Franz Vranitzky
Foto: kv-roma  Dr. E. Buchinger, Sozialiminister
Foto:kv-roma V.l. 1. Reihe: Diözesanbischof Dr. Paul Iby, E. Buchinger, Sozialminister, Dr. H. Winkler, Staatssekretär im BMeiA

V.l. 2. Reihe: K. Smolle, NR.a.D., L. Hostasch, BM a.D., R. Edlinger, BM a. D., W. Walluch, BezirksvorsteherStv. 19. Bezirk
Foto:kv-roma
Der mühevolle Weg der österreichischen Roma und Sinti von der Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus bis zur Anerkennung als Volksgruppe im Jahr 1993 ist das Thema des Buches von Prof. Rudolf Sarközi, das am 20. Oktober 2008 von Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer gemeinsam mit dem Kulturverein österreichischer Roma im Parlament präsentiert wurde. In diesem Zusammenhang steht auch ein Forschungsprojekt, das sich die namentliche Erfassung der zwischen 1938 und 1945 ermordeten österreichischen Roma und Sinti zum Ziel gesetzt hat und bisher bereits die Namen von mehr als 12.000 verfolgten Personen zusammentragen konnte.

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer sprach von einer inakzeptablen "Tradition" der Ausgrenzung und der Diskriminierung, auf der der Nationalsozialismus aufbaute, und meinte, die NS-Vollstrecker hätte sich bei ihrem Tun des Beifalls der Mehrheit gewiss sein können. Sie erinnerte daran, dass Ressentiments und Diskriminierung auch nach 1945 fortbestanden haben und dass die Roma und Sinti als Opfergruppe des Nationalsozialismus jahrzehntelang krass benachteiligt waren.

Prof. Sarközi, Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Roma, blickte auf die vielen Jahre seiner Bemühungen um die Anerkennung der Roma und Sinti als Volksgruppe zurück und dankte insbesondere dem ehemaligen Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky für dessen Engagement. Er sprach über das Schicksal seiner eigenen Familie und erinnerte dabei an seine Mutter, die als 17jährige ins KZ-Ravensbrück deportiert wurde.

Dr. Vranitzky, der in diesem Buch das Vorwort schrieb,verdeutlichte was es bedeute ein Roma zu sein. "Das Leben der Angehörigen der Volksgruppe sei von Armut, beruflicher Abhängigkeit und ewiger Ausgrenzung gekennzeichnet gewesen." Er würdigte die Arbeit und die Hartnäckigkeit des Beiratsvorsitzenden und richtete seinen Appell an den Buchautor, sich noch lange für die Roma einzusetzen und für sich ein wirkliches Heldentum in Anspruch zu nehmen."

Forschungsprojekt
Im Rahmen der Buchpräsentation wurde das Forschungsprojekt "Namentliche Erfassung der im Nationalsozialismus ermordeten österreichischen Roma und Sinti" präsentiert. Aufgrund der finanziellen Unterstützung vom Nationalfonds der Republik Österreich, des Sozialministeriums,


"ROMA GEDENKTAFEL IN KEMETEN" (2006)
Foto: KV-Roma
Skizze "Geschichtskreis"
Foto: KV-Roma
v.l.: Koller, Nussgraber, Sarközi, Gärtner-Horvath
Foto: KV-Roma
v.l.: Nussgraber, Sarközi

Die langjährige Diskussion zur Errichtung einer Gedenktafel der von den Nationalsozialisten vertriebenen und ermordeten Roma von Kemeten ist beendet. Anlässlich einer Pressekonferenz am 21. April 2006 in Kemeten, präsentierten der Bürgermeister der Gemeinde, Johann Nussgraber, und der Vorsitzende der Volksgruppe der Roma Prof. Rudolf Sarközi die Lösung zur Errichtung einer Gedenktafel.

Geschichtskreis
Kemetens Bürgermeister betonte, dass es endlich an der Zeit sei eine Lösung herbeizuführen. Nussgraber: "Ein seit zwei Jahren in Planung befindliches Projekt soll heuer umgesetzt werden. Ein Geschichtskreis soll die historische Entwicklung von Kemeten darstellen." Anhand einer Skizze erläuterte er das Projekt.

"Vor dem Gemeindeamt wird eine achteckige, 2,5m hohe, Nirosta-Konstruktion aufgestellt, die nach Oben hin wie ein Kegel verjüngt. Im unteren Bereich werden übereinander liegend Europa, Österreich, Burgenland und Kemeten dargestellt. Es werden nach oben hin rund 15 Tafeln angebracht, die über markante Ereignisse in der Geschichte der Gemeinde informieren. Eine dieser Tafel in der Formatgröße A4, wird die Verschleppung und Ermordung von mehr als 200 Roma aus Kemeten dokumentieren".

Textinhalt
Über den Textinhalt konnte er nichts Exaktes sagen. "Auf jeden Fall kommt die Jahreszahl der Deportation, Anzahl der Personen und an welchen Orten sie verschleppt wurden", so Nussraber. Als wissenschaftliche Berater werden ein Geschichtsprofessor aus Eisenstadt und der Historiker Dr. Gerhard Baumgartner herbeigezogen: "Es muss eine historisch richtige Ausformulierung und Darstellung der Roma erfolgen".

Vollstes Einverständnis
Für Prof. Rudolf Sarközi ist die Lösung kein Kompromiss sondern findet bei ihm und der Volksgruppe vollstes Einverständnis. "Wir hatten zu keiner Zeit vor ein Mahnmal zu errichten", betonte der Beiratsvorsitzende. Für Sarközi ist trotz aller Schwierigkeiten in der Vergangenheit Kemeten beispielgebend für Geschichtsaufarbeitung. "Man kann sagen die haben etwas zuwege gebracht, dass sich in Europa zeigen kann."

Die Enthüllung des Geschichtskreises soll Ende Oktober 2006 stattfinden.