Kulturverein österreichischer Roma
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Stadt Salzburg: Gedenkveranstaltung beim Mahnmal für Roma und Sinti

v.l.: Marko Feingold, Christian Klippl, Mag.a Anja Hagenauer, Gitta Martl, Mag.a Martina Berthold

v.l.: Marko Feingold, Christian Klippl, Mag.a Anja Hagenauer, Gitta Martl, Mag.a Martina Berthold

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden beim ehemaligen Trabrennplatz Roma und Sinti zusammengetrieben und von dort in das „Zigeunerlager Maxglan“ gebracht. Aufgrund Himmlers Auschwitz-Erlasses wurde das Lager Maxglan Ende März / Anfang April 1943 aufgelassen. Die Mehrzahl der rund 300 Roma und Sinti wurde in das KZ-Auschwitz deportiert, eine kleinere Gruppe kam in das sogenannte „Zigeuner-Anhaltelager“ Lackenbach.

Dichter Schneefall war ständiger Begleiter bei der Gedenkfeier am 28. April 2017, beim Mahnmal für Roma und Sinti, in der Stadt Salzburg. Die Wettersituation hielt viele Menschen davon ab, zur Parkanlage am Ignaz Rieder Kai zu kommen. Umso erfreulicher für die Organisatoren, dem Kulturverein österreichischer Roma und Friedensbüro Salzburg, den Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Hofrat Marko Feingold und seine Frau Hanna, den Architekten des Mahnmales Zoltan Pap, Univ.-Prof. Dr. Erika Thurner und Manuela Horvath, Roma-Pastorale der Erzdiözese Eisenstadt, herzlichst zu begrüßen.

 v.l.: Manuela Horvath, Christian Klippl, Mag.a Anja Hagenauer, Mag.a Martina Berthold

v.l.: Manuela Horvath, Christian Klippl, Mag.a Anja Hagenauer, Mag.a Martina Berthold

Die GedenkrednerInnen Christian Klippl, Obmann des Kulturverein österreichischer Roma, die Salzburger Vizebürgermeisterin Mag.a Anja Hagenauer, Landesrätin Mag.a Martina Berthold sowie Gitta Martl sprachen darüber, dass die Gesellschaft aus der Geschichte Lehren zu ziehen muss, sich für Menschenrechte und Frieden einzusetzen hat. Klippl stellte fest, dass 72 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs es nur mehr wenige Holocaust-Überlebende gibt, die uns von den Gräueltaten, Schikanen und den unmenschlichen Erniedrigungen, die sie in den Konzentrationslagern über sich ergehen lassen mussten, berichten können. Der Obmann des Kulturverein österreichischer Roma, rief den Holocaustüberlebenden und Maler Prof. Karl Stojka in Erinnerung (er starb im April 2003). Dem Angehörigen der Roma-Volksgruppe war es stets wichtig, die Jugend über die Gräuel des Nationalsozialismus zu informieren und mit ihnen darüber zu diskutieren. NIE WIEDER – waren Worte, die man oft von ihm hörte.

„Ich kann mich noch erinnern, wie Erich Hackl in unserer Schule aus seinem Buch Abschied von Sidonie gelesen hat und uns die Geschichte von Sidonie näher gebracht hat. Ihre Geschichte ist mir vertraut, denn ihr Heimatort Sierning-Letten ist ein Nachbarort meiner Heimatgemeinde Steyr“, erzählte Landesrätin Berthold. Die Landespolitikerin betonte, ein zentraler Punkt des heutigen Zusammenkommens sei, dass das Erinnern an Menschen wieder sichtbar gemacht wird.

Textcollagen der Klasse 6A, BORG Nonntal

Denk-mal! betitelten die SchülerInnen der Klasse 6A BORG Nonntal ihre selbst gestalteten Textcollagen. So schreibt Karina: "Denk mal über Gestern und Morgen, über Heute und Früher, und über das Jetzt und Hier nach. Denn ohne Denken kann man nichts wissen!" Die jungen Damen und Herren sorgten auch für die musikalische Umrahmung der Gedenkstunde.

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