KZ-Gedenkstätte Mauthausen: Internationale Gedenk- und Befreiungsfeier 2026
Erinnerung an die NS-Opfer der Roma-Volksgruppe
Anlässlich der 81. Wiederkehr der Befreiung des KZ-Mauthausen fand am 10. Mai 2026 in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen die alljährliche Befreiungsfeier statt, die unter dem thematischen Schwerpunkt „Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus“ stand. Mehr als 13.000 Menschen aus aller Welt waren in die Gedenkstätte gekommen.
Gedenken an die NS-Opfer der Roma-Volksgruppe: Manuela Horvath, Christian Klippl, Weihbischof Franz Scharl(v.l.).
© Manuela Horvath
Im Rahmen der diesjährigen Gedenkfeier gedachte eine Abordnung des Kulturvereins österreichischer Roma mit Obmann Christian Klippl, die Leiterin der Romapastoral der Erzdiözese Eisenstadt Manuela Horvath, sowie Weihbischof Franz Scharl mit einer Gedenkzeremonie beim Mahnmal der Opfer aus der Volksgruppe der Roma und Sinti. In ihrer Ansprache erinnerten die beiden Volksgruppenangehörigen daran, dass die Nationalsozialisten Roma und Sinti nicht als Menschen gesehen haben und sie verfolgt, deportiert und ermordet hatten. Sie betonten, dass sie hier nicht als Stimme der Vergangenheit stehen, sondern als Stimme der Gegenwart, die nicht abgeschlossen sei. „Immer wenn Menschen herabgewürdigt werden, setzt etwas ein, dessen Folgen wir aus der Geschichte nur allzu gut kennen.“ Scharl, Seelsorger für Roma, Sinti und Jenische, sprach in seinen segensreichen Worten davon, dass das Bibelwort uns nicht nur eine religiöse, sondern ebenso eine menschliche Frage stellt: „Wo beginnt die Entmenschlichung heute? Und was lassen wir zu?“
Zahlreiche diplomatische Abordnungen sowie Delegationen aus Italien und Ungarn legten bei der Gedenkstätte Kränze oder Blumenbuketts nieder. Besonders erfreulich war die Präsenz zahlreicher junger Roma unter den ungarischen Gedenkteilnehmern. Ein starkes Zeichen dafür, dass Erinnerungskultur lebt und von einer neuen Generation getragen wird. Im Rahmen der Zusammenkünfte fand sich für die Vertreterinnen und Vertreter der Roma-Gemeinschaft die Gelegenheit, sich mit den Gästen auszutauschen. Anschließend nahmen sie am Gedenkzug teil und legten als Delegation Roma-Volksgruppe gemeinsam einen Kranz beim ehemaligen Appellplatz nieder.
Wie in den letzten Jahren wurde die Gedenkveranstaltung von den österreichischen Film- und Theaterschauspielerinnen Mercedes Echerer und Konstanze Breitebner mehrsprachig moderiert.
Veranstaltet wurde die Internationale Gedenk- und Befreiungsfeier vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) und dem Comité International de Mauthausen (CIM).
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